Schimpansen Sanctuary Marienberg und Pongo Songo Islands

Letzte Woche hat mich Rachel gefragt, ob ich nicht mit zu einem Tagesausflug kommen möchte. Sie hat eine geführte Tour in ein Schimpansen Sanctuary, südlich von Douala gebucht. Klar, mal ein Ausflug für den ich nichts organisieren muss, sondern einfach mit fahren – why not, klingt gut!

Das Sanctuary wird von einer Organisation geführt, die von der französischen Schauspielerin Brigitte Bardot gegründet wurde und sich für den Schutz der Schimpansen in Kamerun einsetzt. Es besteht aus einem sehr einfachen Camp mit ein paar Holzhütten und Toilette, in dem die Mitarbeiter leben und drumherum ist dichter Urwald, in dem einige junge Schimpansen leben. Das Ganze befindet sich auf einer großen Insel in einem Fluss. Auf verschiedene benachbarte Inseln werden dann die älteren Schimpansen ausgewildert. Die Primaten werden vor Wilderei geschützt, was hier in Kamerun wohl ein echt großes Thema ist. Viele Affen wurden auch zuvor als Haustiere gehalten und den Besitzern abgekauft, damit sie wieder in Freiheit leben können.

Unsere Fahrt dort hin wäre eigentlich nicht weit gewesen, vielleicht 120km. Die erste Hälfte ging auch zügig, aber nach weniger als einer Stunde mussten wir die zweiten 60km über eine rote Sandpiste fahren, die vom Monsunregen in roten, tiefen Schlamm verwandelt wurde. Für diese Offroad-Piste, auf der man mindestens auf den hinteren Plätzen des Shuttles einen Sport-BH tragen sollte, haben wir dann etwa drei Stunden gebraucht. Hauptsächlich lag das daran, dass vor uns ständig ein LKW stecken geblieben ist. Wir standen dann in der Auto-schlange in brutaler Hitze, es ging absolut kein Wind und Schatten war weit und breit nicht in Sicht. Nass geschwitzt und platt sind wir dann am Fluss angekommen, wo wir mit einem Boot abgeholt wurden und ins Camp getuckert sind.

Lauren hat sich gleich in die Hunde im Camp verliebt

Im Camp sind schon die ersten verspielten Babyaffen auf uns zugerannt. Wir haben dann eine kleine Dschungel-Tour gemacht und da sind dann auf einmal 10 halbstarke Schimpansen angerannt. Die Kerle haben ganz schön wild gespielt und rum getobt, sodass ich ganz froh war, dass mir nicht gleich einer in die Arme gesprungen ist. Ich bin etwas abseits gestanden, hab den Trubel beobachtet, als plötzlich jemand meine Hand genommen hat. Neben mir saß ein Schimpanse ganz entspannt und zufrieden und wollte nicht spielen, toben oder auf den Arm springen, sondern einfach nur neben mir sitzen und meine Hand halten. Damit war ich voll einverstanden! Sehr lieb und süß! 🙂

Nach dem Urwaldspaziergang gab es Mittagessen im Camp und anschließend haben wir eine Bootstour zu den Schimpansen-Inseln gemacht, an die man ganz nah heran fahren kann, sie aber nicht betreten darf. Vom Boot aus haben wir die Affen beobachtet – und sie uns und dann gings wieder zum Shuttle und zurück.

Durch den Schlamm sind wir einigermaßen ohne Verzögerungen gekommen, auf der Straße vor Douala hat dann aber unser Auto mit einem Knall und Krachen den Geist aufgegeben. Wir haben am Straßenrand im Dunkeln gewartet, was gar nicht so sicher ist, weil hier wenige Fahrzeuge mit Licht fahren, bis unser Guide die nächsten Anwohner aktiviert hat. Diese haben ihr Auto ausgeräumt, wir haben uns auf Rückbank und im Kofferraum gestapelt und der Besitzer hat uns das letzte Stück bis Douala gefahren.  Was für ein Erlebnis 😉

Ich hoffe der arme Shuttle Fahrer steht nicht immer noch mit seinem kaputten Auto am Straßenrand!

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