„THIS IS A DRILL!“ – YAOUNDE UND NATIONALPARK

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Mit Alyssa und Kelly habe ich einen zweitages Ausflug nach Yaoundé geplant, um 7:30 mussten wir am Busbahnhof sein um rechtzeitig in den Bus zu steigen. 1 Minute nachdem mein Wecker ging, ist der Schiffsalarm los gegangen mit der Durchsage „Attention Crew! This is a Drill, this is a Drill!“ vom Captain. Das heißt alle müssen von Bord und sich am Dock versammeln. Da die Übung meistens recht lange dauert, wollten wir gleich alles mitnehmen, um uns unten am Dock abzumelden und zum Taxi zu gehen. Kelly und ich sind aus dem Stockbett gesprungen und hektisch hin und her und aneinander vorbei gerannt und haben alles in unsere Rucksäcke geschmissen, was wir evtl brauchen könnten. Mit dementsprechend schweren Rucksäcken wollten wir uns am Gangway gleich für die zwei Tage auschecken – das wurde uns aber nicht mehr erlaubt. Wir sollten warten bis der Drill vorbei ist und dann wieder zurück auf`s Schiff. Alyssa haben wir unten auch getroffen und zusammen haben wir dann ungeduldig und immer wieder auf die Uhr schauend, mittlerweile im Regen gewartet. Als die Evakuierungsübung vorbei war sind wir an Bord gesprintet, haben ausgecheckt um zu einem Taxi an der Hauptstraße zu spurten. Um 7:26 sind wir am Busbahnhof angekommen, gerade noch rechtzeitig um den Bus nach Yaoundé zu erwischen, der überraschenderweise pünktlich los gefahren ist. WE MADE IT! 🙂

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Der Bus war ein richtig nobler Touri-Bus. Fast wie in einem Flugzeug. Es gab eine recht saubere Toilette, auf Bildschirmen lief irgendein bescheuerter Film, mit der AC haben sie so angegeben, dass ich trotz Fleece und Schal gefroren habe und es wurde Wasser, Kaffee und Snacks verteilt. Wir haben Musik gehört, geratscht, gedöst und die Landschaft angeschaut. Nach 5 h waren wir am Busbahnhof in Yaoundé. Dort wurden wir von einer unüberschaubaren Anzahl Taxifahrer belagert, die sich gegenseitig übertönt haben um uns für überteuerte Touripreise in ihr Taxi zu bekommen. Ich hab dabei ziemlich schnell an Reizüberflutung gelitten, die anderen beiden geschnappt und wir sind erstmal zu Fuß ein gutes Stück vom Busbhf weg gelaufen, um uns entspannt ein günstigeres Taxi an der Straße anzuhalten. Übernachtet haben wir in einem alten Kloster. Das habe ich in meinem Reiseführer gelesen und wollte gerne dort übernachten, weil es etwas abseits von Yaoundé auf einem Hügel liegt – was ruhig und Blick auf die Stadt bedeutet.

Nachdem wir eingecheckt und unser Gepäck abgeladen haben, sind wir auf Erkundungstour in die Stadt gegangen. Wir sind durch`s Stadtzentrum geschlendert, waren auf einem Kunsthandwerkmarkt, haben in einem schönen und gemütlich eingerichteten Café gesessen, sind verschiedene Straßen entlang gebummelt und waren abends in einer coolen Bar – dem “Espresso House”.

In dem Café wurde uns nach langer Wartezeit mitgeteilt, dass wegen Stromausfall einige Maschinen nicht benutzt werden können. So haben wir Latte Macchiato und alles mit Milchschaum etc in Espresso umbestellt und statt Sandwiches gab es kalte Brownies. Die waren eher mäßig, aber es war trotzdem sehr schön und gemütlich im Café.

Im Espresso House haben wir lecker gegessen, Bier getrunken, geratscht und viel gelacht. Danach gings wieder mit Taxi zurück zur Unterkunft auf den Hügel. Dort war die Aussicht von unserem Balkon aus super. Wir haben es uns gemütlich gemacht, auf das Lichtermeer von Yaoundé unter uns geschaut, im Hintergrund aus der Stille nur Frösche und Zikaden gehört und stundenlang geratscht. Das war wirklich super schön! Wir haben uns perfekt verstanden und tolle, interessante und richtig gute Gespräche über alle möglichen Themen gehabt.

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Am nächsten Tag haben wir uns morgens von einem Fahrer abholen lassen und sind in den Nationalpark “Mfou”, ca. 1,5h außerhalb von Yaoundé gefahren. Der NP ist auf einem riesigen Gelände, dass von der Regierung zur Verfügung gestellt wurde angelegt und wird ansonsten ohne staatliche Unterstützung von vielen Freiwilligen und mit Spendengeldern betrieben. Es leben verschiedene Primaten dort, aber hauptsächlich ist es ein Projekt zum Schutz von Gorillas. Gorillas werden hier oft gewildert, die zurück gebliebenen Waisen werden im NP aufgenommen, mit dem Ziel sie nach ein paar Jahren wieder auszuwildern. Die Tiere hier haben wirklich viel Platz und einen fast natürlichen Lebensraum. Auch das angestellte Personal kennt sich gut aus und leistet tolle Arbeit. Wir haben eine Führung durch den Park bekommen, es wurde uns alles gezeigt und das Schutzprogramm erklärt. Es gibt auch eine große interessante Pflanzenwelt dort, so haben wir auch verschiedene Pflanzen und Bäume kennen gelernt und erfahren für was sie genutzt werden könnnen.

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Auf dem Rückweg sind wir am Einheitsmonument vorbei wieder zum Busbahnhof gefahren. Als wir abends in Douala angekommen sind, waren wir total ausgehungert. Ich mag Frühstück ja eh nicht und die anderen beiden haben nichts gefrühstückt, weil sie Schimmel am Brot von der Unterkunft entdeckt haben. Mittags sind wir so knapp zurück zum Bus gekommen, dass wir uns nur kleine süße Snacks aus ner Bäckerei mit in den Bus genommen haben. Wir haben dann in dem Hotel an dem unser Shuttle zum Schiff abfährt Essen bestellt. Während wir auf`s Essen gewartet haben, wurde uns Brot und Butter gebracht, was wir zusammen mit Salz total genossen haben – wir haben schon lange nichts so Gutes mehr gegessen 😉 Das Essen hat so lange gedauert, dass wir es eingepackt mit auf das Schiff genommen haben, wir hätten sonst den letzten Shuttle nicht mehr erwischt. An Bord haben wir den echt tollen Trip nach Yaoundé mit einem leckeren, entspannten Abendessen ausklingen lassen.

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